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Die Top 5 Hilfsmittel für professionelle Ladungssicherung im LKW

Ladungssicherung im LKW erfordert die richtigen Hilfsmittel: Zurrgurte, Antirutschmatten, Zurrketten, Kantenschutz und Luftsäcke im Praxischeck.

Sarah Brinkmann
Sarah Brinkmann
13 Min. Lesezeit
Professionelle Hilfsmittel zur Ladungssicherung im LKW mit Zurrgurten und Antirutschmatten
Inhaltsverzeichnis

Laut Branchenexperten sind rund 70 Prozent der auf deutschen Autobahnen kontrollierten LKW mit mangelhaft oder gar nicht gesicherter Ladung unterwegs. Das bedeutet: Selbst wenn der LKW mit den besten verfügbaren Hilfsmitteln für professionelle Ladungssicherung ausgestattet ist, nützt das herzlich wenig, wenn niemand weiß, wie man sie richtig einsetzt.

In diesem Artikel zeigen wir euch, welche die Top 5 Hilfsmittel für professionelle Ladungssicherung im LKW sind, wie ihr sie korrekt anwendet und warum Wissen dabei genauso wichtig ist wie das richtige Equipment.

Key Takeaways

ThemaDas Wichtigste auf einen Blick
Top-Hilfsmittel Nr. 1Zurrgurte nach DIN EN 12195-2 — das universellste Sicherungsmittel im LKW-Alltag
Top-Hilfsmittel Nr. 2Antirutschmatten — kostengünstig, aber oft unterschätzt in ihrer Wirkung
Top-Hilfsmittel Nr. 3Zurrketten und Kettenspanner — für schwere und scharfkantige Lasten unverzichtbar
Top-Hilfsmittel Nr. 4Kantenschutz und Kantenschoner — schützen Ladung und Zurrmittel gleichzeitig
Top-Hilfsmittel Nr. 5Luftsäcke (Dunnage Bags) — ideal zur Lückenüberbrückung bei Formschluss
Rechtliche GrundlageVDI 2700 und DGUV Vorschrift 70 — Unterweisung ist keine Option, sondern Pflicht
SchulungspflichtFahrer und Disponenten müssen regelmäßig unterwiesen werden — eine jährliche Unterweisung zur Ladungssicherung ist Pflichtprogramm

Warum Hilfsmittel für professionelle Ladungssicherung im LKW kein Luxus sind

Ein Kollege erzählte uns neulich von einem Transportunternehmen aus dem Ruhrgebiet. Neun Fahrzeuge, alle gut ausgestattet, Zurrgurte vorhanden. Und trotzdem: Bei einer Routinekontrolle auf der A3 stellte die Polizei bei drei Fahrzeugen Mängel fest. Warum? Die Gurte waren zwar vorhanden, aber falsch angebracht.

Das ist das eigentliche Problem. Nicht das Fehlen von Ausrüstung, sondern das Fehlen von Wissen darüber, wie man sie richtig einsetzt.

Professionelle Ladungssicherung im LKW ist keine Frage des guten Willens. Sie ist eine gesetzliche Verpflichtung, geregelt durch § 22 StVO (Ladungssicherungspflicht), § 31 StVZO (Halterverantwortung) und im betrieblichen Kontext durch die DGUV Vorschrift 70. Wer dabei spart oder schlampt, riskiert Bußgelder, Unfälle und im schlimmsten Fall Menschenleben.

Die Top 5 Hilfsmittel für professionelle Ladungssicherung im LKW im Überblick

Bevor wir ins Detail gehen: Diese Liste ist kein Werbeprogramm. Es sind die Hilfsmittel, die sich in der Praxis bewährt haben und die im Rahmen der VDI 2700 tatsächlich eine Rolle spielen.

Jedes dieser Hilfsmittel hat seinen Platz und seine Grenzen. Wer das versteht, macht schon 80 Prozent der Arbeit richtig.

Infografik zeigt die Top-5 Hilfsmittel für professionelle Ladungssicherung im LKW

Hilfsmittel Nr. 1: Zurrgurte — Das Rückgrat der Ladungssicherung im LKW

Wer “Ladungssicherung” hört, denkt zuerst an Zurrgurte. Zu Recht. Sie sind das universellste und meistgenutzte Sicherungsmittel im LKW-Bereich und kommen in fast jeder Transportsituation zum Einsatz.

Zurrgurte werden nach DIN EN 12195-2 genormt. Das bedeutet: Jeder Gurt muss eine Kennzeichnung tragen, die seine Zurrkapazität (LC = Lashing Capacity), die Vorspannkraft (STF) und die zulässige Gesamtzurrkraft (MSL) angibt. Wer diese Zahlen ignoriert, sichert nicht, er hofft.

Wie Zurrgurte richtig eingesetzt werden

Es gibt zwei grundlegende Methoden: die Niederzurrung und die Diagonalzurrung. Bei der Niederzurrung wird die Ladung von oben fixiert und durch Reibung gehalten. Bei der Diagonalzurrung wird die Ladung durch schräg angebrachte Gurte form- oder kraftschlüssig gehalten.

  • Immer auf den Zustand der Gurte achten: Risse, Scheuerstellen oder beschädigte Ratschenmechanismen sind K.O.-Kriterien
  • Zurrgurte nie über scharfe Kanten legen, ohne Kantenschutz (dazu gleich mehr)
  • Die Anzahl der benötigten Gurte berechnen, nicht schätzen
  • Gurte gleichmäßig spannen, nicht nur einzelne überlasten

Der häufigste Fehler in der Praxis: Zu wenige Gurte, die zu stark angezogen werden. Das beschädigt die Ladung und gibt trotzdem keine ausreichende Sicherung.

Hilfsmittel Nr. 2: Antirutschmatten — Unterschätzt, aber hochwirksam

Antirutschmatten sind günstig, leicht und werden trotzdem regelmäßig vergessen oder falsch eingesetzt. Dabei können sie in Kombination mit anderen Hilfsmitteln die notwendige Anzahl an Zurrgurten deutlich reduzieren.

Der Hintergrund: Antirutschmatten erhöhen den Gleitreibungskoeffizienten (mu) zwischen Ladung und Ladefläche. Ein höherer Reibwert bedeutet, dass weniger Zurrkräfte notwendig sind, um dieselbe Ladung zu sichern. Das ist Physik und kein Marketing.

Worauf ihr bei Antirutschmatten achten müsst

  • Der Reibwert muss zertifiziert und dokumentiert sein, nicht nur vom Hersteller behauptet werden
  • Antirutschmatten müssen vollflächig unter der Ladung liegen, nicht nur punktuell
  • Temperatur und Feuchte beeinflussen den Reibwert: Matten aus dem Sommer nicht blind im Winter verwenden
  • Beschädigte oder verschmutzte Matten sofort aussortieren

Ein wichtiger Hinweis: Antirutschmatten ersetzen keine Zurrgurte. Sie ergänzen sie. Die Kombination ist das Ziel, nicht die Auswahl zwischen beidem.

Wussten Sie schon? Bei Schwerpunktkontrollen fällt regelmäßig ein erheblicher Anteil der überprüften LKW wegen mangelhafter Ladungssicherung auf — Quoten von über 50 % sind dabei keine Seltenheit. (Quelle: Innenministerium NRW)

Hilfsmittel Nr. 3: Zurrketten und Kettenspanner — Für das schwere Geschäft

Es gibt Ladung, bei der Zurrgurte schlicht nicht ausreichen. Schwere Maschinen, Stahlcoils, Baufahrzeuge: Hier kommen Zurrketten nach DIN EN 12195-3 ins Spiel. Sie sind robust, reißfest und unempfindlich gegen Hitze und scharfe Kanten.

Zurrketten werden immer zusammen mit Kettenspannern eingesetzt. Der Spanner erzeugt die nötige Vorspannkraft, die die Kette stramm hält und Bewegungsspielraum verhindert.

Typische Einsatzbereiche für Zurrketten

  • Transport von Baumaschinen und schwerer Industrie-Ausrüstung
  • Sicherung von Stahlcoils oder Metallteilen mit scharfen Kanten
  • Fahrzeugtransport auf Autotransportern
  • Ladungen mit hohem Gewicht, bei dem Gurte die LC-Grenze überschreiten würden

Auch hier gilt: Ketten müssen regelmäßig auf Verschleiß und Beschädigung geprüft werden. Zeigen Kettenglieder sichtbare Verformungen, Anrisse oder deutlichen Verschleiß, ist die Kette sofort abzulegen. Gleiches gilt, wenn Zurrhaken um mehr als 10 Prozent aufgeweitet sind. Das ist keine Meinung, das ist DIN-Norm.

Wer in seinem Unternehmen für die Prüfung von Zurrmitteln verantwortlich ist, sollte sich mit der UVV-Prüfung für Ladungssicherungsmittel vertraut machen. Wir bilden dafür aus — ab 499,00 EUR zzgl. MwSt.

Hilfsmittel Nr. 4: Kantenschutz und Kantenschoner — Schutz für Gurt und Ladung

Kantenschutz ist kein optionales Extra. Er ist eine technische Notwendigkeit, sobald Zurrgurte über scharfe oder harte Kanten geführt werden. Ohne Kantenschutz wird der Gurt beschädigt, seine Tragfähigkeit sinkt und im schlimmsten Fall versagt er komplett.

Das klingt dramatisch, weil es dramatisch ist.

Die verschiedenen Arten von Kantenschutz

  • Textilkantenschutz (Eckenschutz aus Kunststoff oder Textil): Einfach und schnell anzubringen, für die meisten Standard-Transportsituationen geeignet
  • Stahlkantenschutz: Für extrem scharfe oder harte Kanten, zum Beispiel bei Metallbauteilen
  • Schlauchkantenschutz: Flexibel einsetzbar, gut geeignet für runde oder unregelmäßige Kanten

Kantenschutz muss immer so positioniert werden, dass er auch beim Straffen des Gurtes nicht wegrutscht. Eine gute Faustregel: Wenn der Kantenschutz sich ohne Widerstand verschieben lässt, sitzt er falsch.

Kleiner Bonus: Kantenschutz schützt auch die Ladung selbst vor Druckstellen und Beschädigungen durch die Zurrmittel. Das freut besonders alle, die hochwertige Güter transportieren und Schadensersatzansprüche vermeiden wollen.

Hilfsmittel Nr. 5: Luftsäcke (Dunnage Bags) — Lücken schließen, Bewegung verhindern

Wer schon einmal Palette an Palette geladen hat und gemerkt hat, dass die Ladung trotz Zurrgurten noch etwas wackelt, der kennt das Problem: Lücken. Und Lücken sind bei der Ladungssicherung gefährlich, weil sie Bewegungsspielraum schaffen.

Hier kommen Luftsäcke, auch Dunnage Bags oder Stausäcke genannt, ins Spiel. Sie werden in die Lücken zwischen Ladungsstücken oder zwischen Ladung und Wand gepumpt und füllen den Raum aus.

Wie Luftsäcke korrekt eingesetzt werden

  • Den richtigen Säcken-Typ für die Lückenbreite wählen: Zu kleiner Sack = keine Wirkung, zu großer Sack = Schaden an der Ladung
  • Luftsäcke nur mit dem vorgesehenen Druck befüllen, den der Hersteller angibt
  • Nie beschädigte oder geflickte Luftsäcke verwenden
  • Luftsäcke sind Hilfsmittel für den Formschluss, sie ersetzen keine Zurrmittel für die Kraftschluss-Sicherung

Luftsäcke sind besonders im Lebensmittel- und Getränkebereich beliebt, weil sie keine metallischen Teile haben, die Ladung beschädigen könnten. Für den Transport von Paletten oder Kartonagen sind sie ein sehr praktisches Ergänzungsmittel.

Die rechtliche Grundlage: VDI 2700 und DGUV Vorschrift 70 kennen

Jetzt, wo wir die Hilfsmittel kennen, kommt die Frage: Was sagt eigentlich das Regelwerk dazu?

Die VDI 2700 (Richtlinienreihe des Vereins Deutscher Ingenieure) ist die zentrale technische Grundlage für Ladungssicherung in Deutschland. Sie legt fest, wie Kräfte berechnet werden, welche Sicherungsmethoden zulässig sind und welche Anforderungen an Zurrmittel gestellt werden. Die VDI 2700 ist kein Gesetz, aber sie ist der anerkannte Stand der Technik. Wer davon abweicht, muss im Schadensfall beweisen, dass die eigene Lösung gleichwertig war.

Die DGUV Vorschrift 70 regelt hingegen die Pflichten im betrieblichen Kontext: Wer ist verantwortlich? Wer muss unterwiesen werden? Wie oft? Sie gilt für Fahrzeugführer und alle, die mit dem Transport von Gütern zu tun haben.

Was das für Unternehmen bedeutet

Kurzfassung: Unterweisungspflicht. Punkt. Wer seine Fahrer und Disponenten nicht regelmäßig schult, verletzt seine Arbeitgeberpflichten nach § 12 ArbSchG und macht sich haftbar.

Wir empfehlen mindestens eine jährliche Unterweisung zur Ladungssicherung, besser halbjährlich, wenn das Fahrerteam häufig wechselt oder neue Ladungstypen hinzukommen. Bei AiD gibt es die jährliche Unterweisung als Präsenz-Schulung ab 99,00 EUR oder als E-Learning-Variante ab 79,00 EUR (jeweils zzgl. MwSt.).

Wenn das beste Hilfsmittel nichts nützt: Schulung als Kernstrategie

Rund 70 Prozent der kontrollierten LKW mit Mängeln bei der Ladungssicherung. Das ist die eigentliche Schwachstelle in der Sicherungskette, nicht das Material.

Wir sehen das regelmäßig in unseren Schulungen: Fahrer, die seit zehn Jahren unterwegs sind und zum ersten Mal hören, wie ein Zurrgurt tatsächlich berechnet wird. Oder Disponenten, die nicht wissen, dass sie für Beladeanweisungen mitverantwortlich sind.

Das liegt nicht an mangelndem Willen. Es liegt an fehlenden Strukturen. Arbeitssicherheit ist kein jährliches Abhaken, es ist ein laufender Prozess. Das gilt nirgendwo mehr als bei der Ladungssicherung, wo sich Fahrzeuge, Ladungstypen und Teams ständig ändern.

Wussten Sie schon? Bei einer landesweiten Razzia in NRW im August 2025 wurden allein an einem Tag 261 Fälle von nicht ordnungsgemäß gesicherter Ladung sanktioniert. (Quelle: Innenministerium NRW 2025)

Die Behörden machen 2026 keinen Spaß. Schwerpunktkontrollen wie “sicher.mobil.leben” zeigen, dass die Kontrolldichte zunimmt und die Sanktionsbereitschaft ebenfalls.

Wer seine Fahrer jetzt schult, spart später. Ganz nüchtern betrachtet.

Welche Schulungsformate für Ladungssicherung es gibt

Wir bei AiD bieten verschiedene Formate an, weil Unternehmen verschiedene Strukturen haben:

  • Grundausbildung Ladungssicherung nach VDI 2700: Für Fahrer und Verlader, die die Basis sauber lernen wollen — ab 399,00 EUR zzgl. MwSt. Alle Details findet ihr in unserer Kursübersicht.
  • Ausbilder-Ausbildung Ladungssicherung: Wer intern schulen will, braucht jemanden, der dazu befähigt ist — ab 729,00 EUR zzgl. MwSt.
  • Jährliche Unterweisungen: Pflicht nach DGUV Vorschrift 70, bei uns als Präsenz- (99,00 EUR) oder Online-Variante (79,00 EUR) verfügbar.
  • Vor-Ort-Schulungen: Wir kommen zu euch ins Unternehmen, damit der Alltag nicht stilliegt.

Alle unsere Zertifikate sind bundesweit anerkannt und DGUV-konform. Kein Papierkram, der nachher nicht gilt.

Professionelle Ladungssicherung im LKW: So setzt ihr die Hilfsmittel richtig zusammen

Die fünf Hilfsmittel funktionieren am besten im Zusammenspiel. Kein Fahrer schläft gut, wenn er nur auf ein Hilfsmittel vertraut.

Eine bewährte Vorgehensweise für den Alltag:

  1. Ladungsanalyse: Was wird transportiert? Gewicht, Form, Schwerpunkt, Empfindlichkeit?
  2. Sicherungsmethode wählen: Formschluss, Kraftschluss oder eine Kombination?
  3. Hilfsmittel auswählen: Zurrgurte, Ketten, Antirutschmatten, Luftsäcke und Kantenschutz je nach Bedarf kombinieren
  4. Berechnung: Anzahl und Kapazität der Zurrmittel nach VDI 2700 berechnen, nicht schätzen
  5. Kontrolle vor Abfahrt und unterwegs: Nach 50 bis 100 Kilometern nachprüfen und gegebenenfalls nachspannen

Das klingt nach viel Aufwand. Es ist es nicht, wenn man es einmal verstanden hat. Und genau dafür gibt es Schulungen.

Fazit: Die Top 5 Hilfsmittel für professionelle Ladungssicherung im LKW kennen und anwenden

Die Top 5 Hilfsmittel für professionelle Ladungssicherung im LKW sind Zurrgurte, Antirutschmatten, Zurrketten mit Kettenspannern, Kantenschutz und Luftsäcke. Alle fünf haben klare Anwendungsbereiche und klare Grenzen.

Das beste Hilfsmittel ist aber immer noch gut ausgebildetes Personal. Wer seine Fahrer kennt, sein Material pflegt und regelmäßig schult, ist auf der sicheren Seite — rechtlich und menschlich.

Wenn ihr wissen wollt, wie eine professionelle Ladungssicherungs-Schulung für euer Unternehmen aussehen kann, sprecht uns einfach an. Wir sind in Monheim am Rhein, aber wir kommen zu euch, wenn es sein muss. Ein kurzes Gespräch zeigt schnell, was euer Team wirklich braucht.

Schaut euch gern unsere Schulungsübersicht an oder fordert direkt eine kostenlose Erstberatung an. Rechtssicher, praxisnah und ohne langen Vorlauf.

Häufig gestellte Fragen zur professionellen Ladungssicherung im LKW

Welche Hilfsmittel sind für die professionelle Ladungssicherung im LKW gesetzlich vorgeschrieben?

Es gibt keine abschließende gesetzliche Liste an Hilfsmitteln, die zwingend verwendet werden müssen. Entscheidend ist das Ergebnis: Die Ladung muss den Kräften nach VDI 2700 standhalten. Welche Hilfsmittel dafür eingesetzt werden (Zurrgurte, Ketten, Antirutschmatten etc.), liegt im Ermessen des Verantwortlichen, solange die Berechnung passt und der Stand der Technik eingehalten wird.

Wie viele Zurrgurte brauche ich für einen Standard-LKW?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es vom Gewicht der Ladung, dem Reibwert der Unterlage und der gewählten Sicherungsmethode abhängt. Die Berechnung erfolgt nach VDI 2700 und berücksichtigt Vorspannkraft (STF), Lashing Capacity (LC) und die einwirkenden Beschleunigungskräfte. Wer das sicher beherrschen will, braucht eine fundierte Grundausbildung zur Ladungssicherung.

Sind Antirutschmatten eine vollwertige Alternative zu Zurrgurten?

Nein. Antirutschmatten erhöhen den Reibwert und reduzieren damit die Anzahl der notwendigen Zurrmittel, sie ersetzen sie aber nicht vollständig. Sie werden immer als Ergänzungsmittel eingesetzt, nicht als alleinige Sicherungsmethode. Die Kombination beider Mittel ist die professionelle Lösung.

Wer ist für die Ladungssicherung im LKW verantwortlich, der Fahrer oder das Unternehmen?

Beide. Der Fahrer trägt nach § 22 StVO die Verantwortung für die ordnungsgemäße Sicherung während der Fahrt. Der Halter (also das Unternehmen) ist nach § 31 StVZO und der DGUV Vorschrift 70 dafür verantwortlich, dass die organisatorischen Voraussetzungen stimmen, inklusive Unterweisung und geeigneter Ausrüstung. Im Schadensfall haften in der Regel beide.

Wie oft muss ich meine Mitarbeiter zur Ladungssicherung unterweisen?

Nach DGUV Vorschrift 70 ist eine regelmäßige Unterweisung vorgeschrieben, mindestens jährlich. Bei wechselnden Ladungstypen, neuen Fahrzeugen oder Personalwechsel sollte die Unterweisung anlassbezogen häufiger stattfinden. Die Unterweisung muss dokumentiert werden, damit sie im Falle einer Kontrolle nachgewiesen werden kann.

Was passiert, wenn die Ladungssicherung bei einer Kontrolle beanstandet wird?

Bei schwerwiegenden Mängeln kann das Fahrzeug sofort stillgelegt werden. Bußgelder richten sich nach dem Bußgeldkatalog und können je nach Schwere des Verstoßes mehrere hundert Euro betragen, plus Punkte in Flensburg für den Fahrer. Für das Unternehmen kommen Haftpflichtansprüche hinzu, wenn es zu einem Unfall kommt. Der finanzielle und juristische Schaden übersteigt die Kosten einer Schulung um ein Vielfaches.

Lohnt sich eine Ausbilder-Ausbildung für Ladungssicherung für mein Unternehmen in 2026?

Ja, besonders wenn ihr regelmäßig neue Fahrer einarbeitet oder viele Mitarbeiter unterweisen müsst. Mit einem intern ausgebildeten Ausbilder spart ihr Schulungskosten, könnt flexibel reagieren und habt jederzeit einen Ansprechpartner im Haus. Bei AiD kostet die Ausbilder-Ausbildung Ladungssicherung 729,00 EUR zzgl. MwSt. — der einmalige Investitionsaufwand rechnet sich meist schon nach wenigen Durchgängen.

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Sarah Brinkmann

Ueber den Autor

Sarah Brinkmann

Sarah Brinkmann ist studierte Sicherheitsingenieurin mit Zusatzqualifikation Fachjournalismus. Nach zwei Jahren als Fachkraft fuer Arbeitssicherheit bei einem Logistikunternehmen wechselte sie 2023 in die Redaktion von All In Dienstleistungen, wo sie den Blog und die LinkedIn-Praesenz verantwortet. Sie verbindet Praxiswissen aus der Branche mit journalistischer Expertise.

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