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Hochregalstapler Schulung: Stufe 2, Ablauf und Kosten 2026

Wann Schubmast-, Regal- und Dreiseitenstapler eine Zusatzqualifizierung erfordern, welche Ausnahme für Bestandsfahrer gilt und wie Betriebe den Einsatz vorbereiten.

Sarah Brinkmann
Sarah Brinkmann
9 Min. Lesezeit
Ausbilder und Teilnehmer besprechen die Hochregalstapler Schulung an einem abgestellten Schubmaststapler
Inhaltsverzeichnis

Für einen neuen Einsatz mit Schubmast-, Regal- oder Dreiseitenstapler reicht ein allgemeiner Staplerschein nicht automatisch aus. Nach dem DGUV Grundsatz 308-001 folgt auf die allgemeine Qualifizierung der Stufe 1 bei abweichender Bauart eine Zusatzqualifizierung der Stufe 2. Vor dem selbstständigen Fahren kommen die betriebliche Einweisung und die schriftliche Beauftragung hinzu.

Für die Kosten ist die Ausgangslage maßgeblich. Bei AiD startet die allgemeine Qualifizierung für ausreichend erfahrene Teilnehmende bei 199 € netto beziehungsweise 236,81 € brutto. Ein dreitägiges Einsteigerformat beginnt bei 499 € netto beziehungsweise 593,81 € brutto. Umfang und Preis der hochregalspezifischen Stufe 2 werden nach Fahrzeugtyp, Aufgaben, Vorerfahrung und Teilnehmerzahl kalkuliert. Die AiD-Kursübersicht zum Staplerschein zeigt die freigegebenen Grundformate.

Entscheidung vor der Beauftragung

Welche Qualifizierung braucht die Person für den geplanten Einsatz?

Prüfen Sie Fahrzeugtyp und bisherigen Einsatz zuerst. Danach folgt nur die Maßnahme, die für diese Person und diese Bauart fehlt.

Neuer Einstieg

Allgemeine Stufe 1 fehlt

Theorie, Praxis und Prüfung vor der ersten selbstständigen Fahrt abschließen.

Neue Bauart

Stufe 2 für den Fahrzeugtyp

Schubmast-, Regal- oder Dreiseitenstapler praktisch ergänzen, wenn die Bauart bisher nicht abgedeckt ist.

Konkreter Betrieb

Stufe 3 und Beauftragung

Gerät einweisen, Arbeitsbereich unterweisen und den schriftlichen Auftrag festlegen.

Einordnung nach DGUV Grundsatz 308-001, DGUV Vorschrift 68 und der DGUV-FAQ zu Flurförderzeugen. Die Gefährdungsbeurteilung bestimmt den konkreten Umfang.

Wann ist Stufe 2 für Hochregalstapler erforderlich?

Der umgangssprachliche Begriff Hochregalstapler umfasst verschiedene Bauarten. Für die Qualifizierungsentscheidung zählt deshalb nicht die Bezeichnung des Lagers, sondern das tatsächlich eingesetzte Flurförderzeug. Der DGUV Grundsatz ordnet Schubmaststapler, Regalstapler und Dreiseitenstapler der Zusatzqualifizierung zu. Auch andere spezielle Bauarten können eine passende Stufe 2 erfordern.

Die betriebliche Prüfung beginnt mit drei Fragen:

  1. Welche Bauart soll die Person selbstständig führen?
  2. Für welche Bauarten weist ihr Qualifizierungsnachweis Theorie und Praxis aus?
  3. Welche zusätzlichen Gefährdungen entstehen durch Fahrzeug, Regal, Gang, Last und Verkehrsorganisation?

Ist die neue Bauart durch die vorhandene Qualifizierung nicht abgedeckt, wird die fehlende Stufe 2 vor der Beauftragung ergänzt. Der praktische Teil muss am betreffenden Fahrzeugtyp stattfinden. Eine reine Präsentation deckt die Fahr- und Bedienpraxis nicht ab.

Die Ausnahme für bereits beauftragte Bestandsfahrer

Die DGUV-FAQ zu Flurförderzeugen beantwortet eine häufige Übergangsfrage ausdrücklich: Wer bereits einen Staplerschein besitzt, mit dem Fahren eines Schubmaststaplers beauftragt ist und dieses Fahrzeug schon fährt, braucht nicht allein wegen der Revision des Grundsatzes von Dezember 2022 nachträglich Stufe 2. Die DGUV überträgt diese Aussage auf die anderen dort genannten Staplertypen.

Das ist keine pauschale Freigabe für jeden künftigen Einsatz. Der Arbeitgeber muss weiterhin prüfen, ob Qualifikation und Befähigung zur konkreten Tätigkeit passen. Ein neues Fahrzeugmodell, ein anderer Arbeitsbereich oder erkennbare Unsicherheit können eine Einweisung, anlassbezogene Unterweisung oder zusätzliche praktische Qualifizierung auslösen.

Drei Stufen bis zur betrieblichen Beauftragung

Die Hochregalstapler Schulung ist kein einzelner Nachweis, der jeden Einsatz abdeckt. Der DGUV Grundsatz trennt die Qualifizierung in aufeinander bezogene Stufen.

Stufe 1: allgemeine Qualifizierung

Stufe 1 vermittelt die Grundlagen für Flurförderzeuge mit Fahrersitz oder Fahrerstand. Dazu gehören Theorie, praktische Übungen sowie eine Prüfung in beiden Teilen. Für Personen ohne Vorkenntnisse nennt die DGUV als Orientierung drei bis fünf Tage mit 20 bis 32 Lehreinheiten. Mindestens zehn Lehreinheiten entfallen auf die Theorie. Vorerfahrung kann den notwendigen Umfang beeinflussen, der Lernerfolg muss trotzdem nachgewiesen werden.

Stufe 2: Zusatzqualifizierung für die Bauart

Stufe 2 ergänzt die Kenntnisse und Fertigkeiten für eine abweichende Bauart. Bei Schubmast-, Regal- und Dreiseitenstaplern betrifft das insbesondere die andere Fahr- und Lenkcharakteristik, Sichtbedingungen, Tragfähigkeit, Lastaufnahme sowie die sichere Bedienung im vorgesehenen Arbeitsbereich. Inhalt und Dauer richten sich nach dem Fahrzeugtyp, den Vorkenntnissen und der Gefährdungsbeurteilung.

Stufe 3: betriebliche Qualifizierung

Stufe 3 verbindet die Person mit dem konkreten Betrieb. Sie umfasst die Einweisung am Fahrzeug und die Unterweisung zu Verkehrswegen, Lagerzonen, Lasten, Betriebsanweisung und Notfällen. Erst danach entscheidet der Arbeitgeber über die schriftliche Beauftragung.

§ 7 DGUV Vorschrift 68 verlangt für das selbstständige Steuern unter anderem, dass die Person mindestens 18 Jahre alt, geeignet, ausgebildet und befähigt ist. Der Auftrag muss schriftlich erteilt werden. Ein Kurszertifikat ersetzt diesen betrieblichen Auftrag nicht.

Was gehört in die Praxis am Hochregalstapler?

Die praktische Qualifizierung muss die geplante Bauart und ihre Bedienung abbilden. Für einen Schubmaststapler sind andere Übungsfolgen nötig als für einen Gegengewichtsstapler. Bei einem Regal- oder Dreiseitenstapler kommen die Bedingungen im Schmalgang hinzu.

Ein belastbarer Praxisplan enthält mindestens:

  • Sicht- und Funktionskontrolle am konkreten Fahrzeugtyp
  • Einstellen des Fahrerplatzes und sichere Nutzung vorhandener Rückhalteeinrichtungen
  • Anfahren, Bremsen, Lenken und Rangieren mit der bauartspezifischen Fahrcharakteristik
  • Aufnehmen, Transportieren und Absetzen geeigneter Lasten unter Beachtung von Tragfähigkeit und Lastschwerpunkt
  • Ein- und Auslagern in praxisgerechten Höhen, zunächst mit geringerem Schwierigkeitsgrad
  • Verhalten bei Sichtbehinderung, Engstellen, Personenverkehr, Störung und festgestelltem Mangel
  • praktische Prüfung mit dokumentiertem Ergebnis

Die reale Halle liefert wichtige Bedingungen für die betriebliche Stufe 3. Die Prüfung der allgemeinen oder zusätzlichen Fahrkompetenz darf dabei nicht durch laufenden Produktionsdruck verkürzt werden.

Kosten und Dauer belastbar kalkulieren

Ein pauschaler Hochregal-Aufschlag wäre unseriös, weil sich die Ausgangslagen stark unterscheiden. Ein Betrieb mit sechs erfahrenen Staplerfahrern und einem neuen Schubmastmodell braucht einen anderen Umfang als ein Betrieb mit Einsteigern, mehreren Fahrzeugtypen und komplexen Schmalgängen.

AusgangslagePreisorientierung bei AiDWas zusätzlich zu klären ist
Ausreichende Vorerfahrung, allgemeine Qualifizierungab 199 € netto, 236,81 € bruttoEignung für das kurze Format und praktische Fertigkeiten
Einsteigerformat über drei Tageab 499 € netto, 593,81 € bruttoLernerfolg, gegebenenfalls längerer Umfang
Zusatzqualifizierung Stufe 2individuelles AngebotFahrzeugtyp, Aufgaben, Praxisbedarf und Teilnehmerzahl
Inhouse im Hochregallagerindividuelles AngebotGeräte, Gangbereiche, Schichten und Produktionsfenster

Die genannten Bruttowerte enthalten 19 Prozent Umsatzsteuer. Für Unternehmen wird in Angeboten regelmäßig der Nettopreis ausgewiesen. Bei mehreren Teilnehmenden sollte die Kalkulation Kurszeit, notwendige Geräteverfügbarkeit und Schichtplanung gemeinsam betrachten.

Unterweisung und Beauftragung nach der Schulung

§ 12 Betriebssicherheitsverordnung verlangt vor der erstmaligen Verwendung eines Arbeitsmittels eine tätigkeitsbezogene Unterweisung. Danach ist sie regelmäßig und mindestens einmal jährlich zu wiederholen. Datum und Namen der unterwiesenen Personen sind schriftlich festzuhalten. Eine Betriebsanweisung muss in verständlicher Form verfügbar sein.

Für den Hochregaleinsatz sollte der betriebliche Nachweis außerdem Fahrzeugtyp, Arbeitsbereich, behandelte Gefährdungen, praktische Einweisung und verantwortliche Person erkennen lassen. Bei einem neuen Modell oder veränderten Arbeitsbedingungen ist vor der Tätigkeit zu prüfen, welche Inhalte ergänzt werden müssen. Der Beitrag zum Staplerschein auffrischen trennt Jahresunterweisung, Einweisung und erneute Qualifizierung.

Planungscheck für Verantwortliche

Vor der Terminbuchung sollten Betriebsleitung, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Lagerverantwortung diese Angaben zusammentragen:

  1. Hersteller, Modell und Bauart jedes vorgesehenen Fahrzeugs
  2. vorhandene Qualifizierungsnachweise und praktische Erfahrung je Person
  3. Lagerlayout, Gangbreiten, Verkehrswege und Bereiche mit Personenverkehr
  4. typische Lasten, Lastträger, Hubhöhen und Anbaugeräte
  5. gewünschte Einsatzbereiche und notwendige schriftliche Beauftragungen
  6. mögliche Zeitfenster für Theorie, Praxis und Prüfung ohne Produktionsdruck

Mit diesen Angaben lässt sich klären, ob Stufe 1 fehlt, Stufe 2 ergänzt werden muss oder eine betriebliche Einweisung ausreicht. Der kostenlose AiD Standort-Check bündelt diese Prüfung für Ihre Standorte und geplanten Termine.

Häufige Fragen zur Hochregalstapler Schulung

Reicht ein normaler Staplerschein für einen Schubmaststapler?

Für einen neuen Einsatz nicht automatisch. Ist der Fahrzeugtyp in der bisherigen Qualifizierung nicht abgedeckt, ist die passende Zusatzqualifizierung der Stufe 2 erforderlich. Danach folgen die betriebliche Einweisung und die schriftliche Beauftragung.

Müssen erfahrene Schubmastfahrer Stufe 2 nachholen?

Nicht allein wegen der Revision des DGUV Grundsatzes von Dezember 2022. Laut DGUV-FAQ ist keine nachträgliche Stufe 2 nötig, wenn die Person bereits einen Staplerschein besitzt, für den Schubmaststapler beauftragt ist und ihn schon fährt. Bei geändertem Einsatz oder fehlender Befähigung bleibt eine neue betriebliche Prüfung erforderlich.

Wie lange dauert eine Hochregalstapler Schulung?

Die allgemeine Stufe 1 dauert für Einsteiger nach DGUV-Orientierung drei bis fünf Tage. Dauer und Inhalt der Stufe 2 hängen von Bauart, Vorkenntnissen und Praxisbedarf ab. Eine feste Tageszahl ohne diese Angaben ist nicht belastbar.

Was kostet die Zusatzqualifizierung für Hochregalstapler?

Sie wird individuell kalkuliert. Benötigt werden mindestens Fahrzeugtyp, Teilnehmerzahl, Vorerfahrung, Einsatzaufgaben und die Entscheidung zwischen Inhouse und Schulungsstandort. Die allgemeinen AiD-Grundformate starten bei 199 € netto für ausreichend erfahrene Teilnehmende und bei 499 € netto für ein dreitägiges Einsteigerformat.

Wer darf die schriftliche Beauftragung erteilen?

Der Unternehmer erteilt den schriftlichen Auftrag nach Prüfung von Alter, Eignung, Ausbildung und Befähigung. Eine externe Schulungsbescheinigung dokumentiert die Qualifizierung, überträgt aber nicht automatisch die betriebliche Fahrberechtigung.

Quellenstand

Quellen geprüft am 15. September 2026. Die konkrete Qualifizierung wird aus Fahrzeugtyp, vorhandenem Nachweis und betrieblicher Gefährdungsbeurteilung abgeleitet.

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Sarah Brinkmann

Über den Autor

Sarah Brinkmann

Sarah Brinkmann verantwortet die Fachredaktion im AiD-Blog. Sie ordnet Arbeitsschutzthemen anhand aktueller Primärquellen und der betrieblichen Praxis ein.

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